Perspektivenwechsel: Noah tauscht Tastatur gegen Aufsitzmäher
Was passiert, wenn ein Lernender Kaufmann EFZ den Schreibtisch für einen Tag mit dem Hauswart tauscht? Er merkt: Zwischen Bewirtschaftung, Planung und dem Alltag draussen in der Siedlung liegen nicht nur ein paar Klicks. Sondern auch Maschinen, Wetter, Erfahrung und ein guter Blick für das, was gerade ansteht.
Noah arbeitet normalerweise am Schreibtisch. Er beantwortet Anfragen, erstellt Mietverträge, lernt Abläufe kennen und unterstützt das Team Bewirtschaftung. Kürzlich wechselte er die Perspektive und begleitete Hauswart Päde einen Tag lang bei seiner Arbeit in der Siedlung.
Draussen zeigte sich schnell, was es braucht, damit eine Liegenschaft im Alltag gut funktioniert: saubere Wege, gepflegte Grünflächen, sichere Zugänge und intakte Bauteile. Hauswart reagieren nicht nur auf Anliegen von Bewohner. Sie pflegen die Siedlungen selbständig, erkennen Handlungsbedarf früh und sorgen dafür, dass vieles funktioniert, bevor jemand überhaupt darüber nachdenkt.
Für Noah standen Rasenmähen, Hochdruckreinigung und kleinere Reparaturen auf dem Programm. Kurz gesagt: weniger Tastatur, mehr Tatkraft. Er mähte Rasen mit dem Handmäher und arbeitete auch mit dem Aufsitzmäher. Dass ihm dieser Programmpunkt besonders gefiel, war schwer zu übersehen. Wer Noah auf dem Aufsitzmäher sah, merkte schnell: Ein Perspektivenwechsel kann durchaus mit einem breiten Grinsen daherkommen.
«Ich fand den Tag sehr spannend. Man sieht draussen sofort, was eine Aufgabe konkret bedeutet. Und der Aufsitzmäher hat natürlich besonders Spass gemacht», sagt Noah.
Neben der Rasenpflege reinigte Noah Platten, Gehwege, Treppen und Unterstände mit dem Hochdruckreiniger. Ausserdem half er bei kleineren Reparaturen an Fassadenplatten. Dabei ging es nicht nur ums Anpacken. Noah erlebte auch, welche Fragen draussen laufend auftauchen: Was hat Priorität? Welches Werkzeug braucht es? Wie führt man eine Arbeit sauber und sicher aus?
Auch Hauswart Päde freute sich über die Unterstützung und das Interesse von Noah. Er packte tatkräftig mit an, stellte Fragen und bekam ein Gespür dafür, wie viel Erfahrung in der Arbeit vor Ort steckt.
«Ich finde solche Einblicke wertvoll. Wenn man sieht, wie der andere Bereich arbeitet, versteht man Abläufe besser und kann im Alltag noch besser zusammenarbeiten. Und gewisse Arbeiten gehen zu zweit schneller und sicherer», sagt Hauswart Patrick "Päde" Schmid.
Am Ende waren nicht nur der Rasen geschnitten und die Gehwege sauber. Noah nahm auch etwas mit, das in keiner Checkliste steht: ein besseres Verständnis für die Verbindung zwischen Bewirtschaftung und Hauswartung. Gute Arbeit in der Siedlung entsteht dort, wo beides zusammenspielt. Mit offenen Augen, offenen Ohren und gelegentlich mit etwas Fahrtwind auf dem Aufsitzmäher.